Wandern

Als Ausgangsquartier empfiehlt sich Puerto de la Cruz. Hier gibt es eine reiche Auswahl an Unterkünften, Restaurants, Geschäften und Leihwagenfirmen. Bei fast allen Wanderungen ist die An- und Rückfahrt mit Linienbussen von und nach Puerto möglich. Das öffentliche Linienbusnetz Teneriffas wird von dem Unternehmen TITSA betrieben und bedient mit modernen Bussen (leicht an ihrer grünen Farbe erkennbar) alle Strecken der Insel. In den größeren Ortschaften wie Puerto de la Cruz oder Icod de los Vinos werden die Abfahrtszeiten sehr genau eingehalten, während sie sich auf den zwischenliegenden Streckenabschnitten verschieben können. Aktuelle Fahrpläne finden sich im Internet sowie in der deutschsprachigen Zeitung „Der Wochenspiegel“. An den großen Busbahnhöfen in Puerto, La Orotava, La Laguna und Santa Cruz ist mit etwas Glück der offizielle Fahrplan mit Streckennetz erhältlich; meist ist er jedoch bald nach Erscheinen vergriffen. Fahrkarten werden direkt beim Fahrer gelöst (Kleingeld bereithalten!). Wesentlich günstiger als Barbezahlung ist die Bono-Karte; sie ist nur an den Busbahnhöfen erhältlich. Diese Magnetkarte (unterschiedlicher Wert) kann in allen TITSA-Bussen benutzt werden. Haltestellen sind an rot-blauen Schildern zu erkennen, die einem Halteverbotsschild mit einem „P“ (für „Parada“ = Haltestelle) in der Mitte ähneln. Um den Bus anzuhalten, muss dem Fahrer ein deutliches Winkzeichen gegeben werden. Alle angegebenen Busverbindungen beziehen sich auf TITSA-Linien. Hinweis: Für „Bus“ wird auf Teneriffa gewöhnlich der Ausdruck „Guagua“ verwendet.

Zahlreiche Wanderwege Teneriffas wurden von der einstigen spanischen Naturschutzbehörde ICONA (Instituto Nacional para la Conservación de la Naturaleza) durch gelbe Wegzeichen (Raute mit Aufschrift „Sendero turístico“) markiert. Leider hat das eigentlich begrüßenswerte, jedoch inflationäre Anbringen von Wegzeichen dazu geführt, dass in Gebieten wie um Aguamansa nahezu alle Wege markiert sind. Eine nützliche Orientierung für Wanderer bieten diese Wegzeichen kaum. Mitte der 1990er Jahre wurden vom ICONA hölzernen Wegweiser und Steinsäulen aufgestellt; in der Wegbeschreibung wird zuweilen auf sie verwiesen. Die niedrigen, gemauerten ICONA-Steinsäulen mit oben eingelassener Metallplatte zeigen die Himmelsrichtung und bezeichnen den Namen der Örtlichkeit. Diese Namen stimmen allerdings nur selten mit jenen überein, die auf den Topographischen Karten verzeichnet sind.

Topographische Karten im Maßstab 1:25.000 wurden vom Servicio Geográfico del Ejército (Cartografía Militar de España) in den 1980er Jahren aufgelegt. Viele alte Wege und Pfade sind jedoch nicht kartiert. Die Kartenblätter sind in Deutschland über Karten-Fachgeschäfte wie Gleumes zu beziehen.

Ideal für einen Wanderurlaub sind die Monate Januar bis Mai, denn in dieser Jahreszeit grünt und blüht die ganze Insel. Angesichts der ausgeglichenen Temperaturen sind die Kanaren jedoch ganzjährig zum Wandern geeignet. Gleichwohl ist die Strahlungsintensität der Sonne nicht zu unterschätzen und stets an ausreichenden Sonnenschutz zu denken. Dies gilt ganz besonders für die hochgelegenen Cañadas.

Die Ausrüstung sollte unbedingt knöchelhohe Wanderstiefel mit kräftiger Profilsohle umfassen; nur allzu leicht knickt man auf dem scharfkantigen Lavagestein um oder rutscht auf losem Geröll aus. Zudem erweisen sich auch die bemoosten Bergpfade in den Nebelwäldern als rutschig. Um Platz und Gewicht zu sparen, kann man die Wanderstiefel bereits bei der Anreise im Flugzeug tragen. Selbst im Sommer ist es in den Bergen morgens und abends empfindlich kühl, so dass man stets an warme Kleidung denken sollte. Ein langärmeliges Hemd, eine Vlies- und Windjacke, Regenschutz und helle Kopfbedeckung haben sich bewährt. In den Wintermonaten besonders empfehlenswert ist wasserfeste, aber atmungsaktive Allwetterkleidung. Manche Wege können durch Gestrüpp und Brombeerranken zugewachsen sein, so dass sich lange Hosen empfehlen. Wichtig sind ausreichende Verpflegung und ein reichlicher Wasservorrat. In den Cañadas ist die Luft meist sehr trocken. Außerdem sollte man immer auch Notproviant (Nüsse, Trockenfruchtschnitten, Schokolade) mit sich führen und zur Erhöhung der Sicherheit stets eine gute Karte, einen Kompass sowie eine Trillerpfeife mitnehmen.

Es empfiehlt sich, stets früh aufzubrechen. Im Winter sind die Tage auf den Kanaren zwar länger als in unseren Breiten, im Sommer jedoch verhält es sich genau umgekehrt. Überdies ist die Dämmerungsphase stets sehr kurz und nur allzuleicht wird man vom plötzlichen Einbruch der Dunkelheit überrascht. Hinzu kommt, dass um die Mittagszeit häufig Passatwolken aufziehen, die die Höhenlagen zwischen 400 m und 1500 m in dichten Nebel hüllen. Meist klart es dann erst am späten Nachmittag wieder auf. Bei der Tagesplanung sollte man immer auch an die Busverbindungen denken und genügend Zeit für Eventualitäten einplanen.

Teneriffa Barranco de Bucarón

Links: Auf einem alten Pflasterweg steigen wir von Los Silos ins Gebirge hinauf. Die wunderschöne Steinbrücke führt über den Barranco de Bucarón. Rechts: Blick über die Kiefernwälder des oberen Orotavatals bei Agua-mansa auf den Teide.

Teneriffa Orotavatal Teide

Vorsichtsmaßnahmen beim Wandern auf Teneriffa

Viele Wanderungen führen durch einsame Gegenden, in denen man stundenlang keinem Menschen begegnet, und es kann sehr lange dauern, bis man im Notfall Hilfe holen kann. Beim Ausrutschen ist ein Knöchel rasch verstaucht, ein Bein jäh gebrochen. Man sollte daher grundsätzlich nie alleine wandern und die beschriebene Route nicht verlassen. Die Wegverhältnisse können sich auf Teneriffa durch heftigen Regen, Schnee, Sturmschäden oder eine üppig wuchernde Vegetation rasch verändern. Falls die Wegverhältnisse einmal von der Beschreibung abweichen, sollte man keinesfalls auf gut Glück in unbekanntes Gelände weiterwandern, sondern sicherheitshalber umkehren. Bei Wanderungen, die über denselben Weg zurückführen, sollte man sich auf dem Hinweg die Umgebung mit markanten Orientierungspunkten genau einprägen. Die umgekehrte Wegrichtung sieht manchmal völlig anders aus, und es besteht durchaus die Gefahr, dass man den Rückweg nicht mehr findet.

Ganzjährig ist äußerste Vorsicht mit offenem Feuer geboten. Große Trockenheit mit erheblicher Waldbrandgefahr herrscht insbesondere in den Sommermonaten.

Abschließend ein erfreulicher Hinweis: Auf den Kanaren gibt es weder giftige Schlangen noch Skorpione oder sonstige gefährliche Insekten.