|
Die Pflanzenwelt Sardiniens
In Lagen bis etwa 800 m, dem Bereich der mediterranen Höhenstufe, herrschen immergrüne Hartlaubgewächse mit der bestandsbildenden Steineiche (Quercus ilex) vor. Auf sauren Böden, allem aus Granitgestein, wird die Steineiche durch die ebenfalls immergrüne Korkeiche (Quercus suber) verdrängt. Da die Stämme fast überall regelmäßig zur Korkgewinnung geschält werden, kann der eigentlich recht stattliche Baum nur selten seine ungestörte Wuchsform entwickeln. Es herrschen daher lichte, unterwuchsreiche Niederwälder vor, die als Weidegebiete zur Eichelmast dienen.
Auf der submediterranen Höhenstufe (über 800 m) sind lichte, sommergrüne Laubwälder mit der bestandsbildenden Flaumeiche (Quercus pubescens) verbreitet. Die Flaumeiche mutet vertraut an, da sie der mitteleuropäischen Traubeneiche sehr ähnlich sieht. In ihrem Unterwuchs gedeihen vielfältige Sträucher und Kräuter, unter ihnen die Großblättrige Pfingstrose (Paeonia mascula) und die endemische Korsische Nieswurz (Helleborus lividus corsicus) mit ihren blassen grünlichen Blüten. Eine Besonderheit stellen die auf der Flaumeichenstufe örtlich verbreiteten Kastanienwälder dar. Ursprünglich auf Sardinien nicht heimisch, bildet die Edel- oder Esskastanie (Castanea sativa) vor allem an den Hängen des Gennargentu ausgedehnte Bestände.
|