Wandern

Die Azoren - Inselwandern vom Feinsten! Es gibt ein Netz offizieller markierter Wanderwege, die durch die azoreanische Regionalregierung klassifiziert sind. Am Anfang des jeweiligen Wanderweges steht eine Infotafel mit Routenverlauf. Zu jedem dieser offiziellen Wanderwege gibt es ein Faltblatt mit Karte, das (sofern nicht gerade vergriffen) bei der Tourist-Info erhältlich ist.

Der azoreanische Wanderverein Os Montanheiros informiert im Internet (auf Portuguiesisch) über seine Aktivitäten. Wer lieber in einer kleinen Gruppe wandert: für 2009 sind wieder mehrere Azorenreisen mit wunderschönen Wanderungen geplant. Die Reisen werden von Natur & Kultur Wanderstudienreisen veranstaltet und von mir als Wanderführer und Reiseleiter begleitet.

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Auf Tagesausflügen mit ausgedehnten Wanderungen lernen wir von drei Standorten aus vier Inseln kennen: São Miguel, São Jorge, Pico und Faial. Die Anfahrten zu den Wanderungen finden mit öffentlichen Bussen und Taxis statt, die Transfers zwischen den Inseln erfolgen per Fähre oder Flugzeug. Einige schöne Meeresbuchten laden während der Reise zum Baden ein.

Zum Auftakt besuchen wir São Miguel, die größte und vielfältigste Azoreninsel. Dank ihres üppigen Grüns hat sie auch den Beinamen Ilha Verde (Grüne Insel) erhalten. Wir erwandern die berühmte Caldeira das Sete Cidades, einen riesigen Kraterkessel mit mehreren Seen. Ein kräftiger Aufstieg führt uns zur Lagoa do Fogo; einsam liegt der Feuersee in den Bergen. Geradezu lieblich wirkt der Talkessel von Furnas mit der Ortschaft und dem See, wo es Fumarolen und heiße Quellen gibt. Im berühmten Park Terra Nostra können wir in einem riesigen Thermalbecken unter Araukarien baden. Außerdem besichtigen wir eine Ananas-Plantage bei Ponta Delgada.

Zweite Station unserer Reise ist São Jorge. Diese Insel besteht aus einem steil aus dem Meer aufragenden Gebirgsrücken, gebildet von einer Kette grasgrün bewachsener Vulkankegel. Vom Pico das Caldeirinhas wandern wir durch die Gipfelregion der Insel zum Pico da Esperança, dem höchsten Gipfel der Insel, von wo sich bei klarer Sicht herrliche Ausblicke auf alle Nachbarinseln der Mittelgruppe bieten. Alte Pfade führen uns auf weiteren Touren an den Steilküsten entlang, wo wir auf kleinen Küstenniederungen (“Fajãs” genannt) abgeschiedene Weiler entdecken. So wandern wir zur Fajã de Alem hinab, die nur zu Fuß erreichbar ist, dann zum Dörfchen Norte Grande weiter und steigen schließlich zur Fajã do Ouvidor ab, einer wunderschönen Küstenniederung mit kleinem Hafen und Bademöglichkeit. Von Loural wandern wir entlang der sonnigen, fast tropischen Südküste nach São Tomé. Im Norden wandern wir von der Hochfläche Serra do Topo zur spektakulären Fajã do Santo Cristo hinab und an der Küste entlang bis zur Fajã dos Cubres. Außerdem besichtigen wir die schöne Barockkirche Santa Bárbara in Manadas und den von einem Vulkanausbruch verschütteten Kirchturm von Urzelina.

Mit der Fähre setzen wir nach Faial über. Der berühmte Jachthafen in Horta ist obligatorischer Zwischenstopp für alle Skipper auf der großen Atlantik-Passage. Ein Tag ist hier zur freien Verfügung, so dass man ganz seinen persönlichen Interessen nachgehen kann. Man könnte einen Rundgang durch das geschichtsträchtige Städtchen mit einem Besuch der deutschen Kabelstation verbinden oder den Botanischen Garten mit seiner endemischen Flora besuchen. Auch whale-watching ist von Horta aus möglich. Oder vielleicht verlockt ein Bad im Meer an einem der traumhaften Strände? Auf einer großartigen Tour sehen wir am nächsten Tag den gewaltigen, oft von Wolken umwallten Vulkankrater im Inselinnern und wandern zum Capelinhos-Vulkan. Die ungeheure Eruption bei seinem Ausbruch im Jahre 1957/58 vergrößerte die Insel um 2,4 km2.

Ein Tagesausflug mit dem Boot führt uns zur ehemaligen Walfängerinsel Pico. Der gleichnamige Vulkankegel ist mit 2351 m der höchste Berg Portugals. Über seine grünen Abhänge wandern wir zur Inselhauptstadt Madalena hinab und entdecken an der Küste die typischen Lavagärten (UNESCO-Weltkulturerbe), in denen Wein angebaut wird.

Insgesamt anderthalb Tage sind im Verlauf dieser Reise zur freien Verfügung.

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Tagesprogramm 2010

(PDF des Reiseprogramms hier anklicken)

1. Tag Mittwoch

Linienflug mit der SATA International von Frankfurt a.M. nach Ponta Delgada auf São Miguel (Abflug: 14.40 h, Ankunft: 17 h). Taxitransfer zum Residencial Alcides in Ponta Delgada. Ein kleiner Bummel führt uns durch die historische Altstadt zur belebten Uferpromenade.

2. Tag Donnerstag

Mit Taxis fahren wir nach Sete Cidades, eine faszinierende Vulkan- und Seenlandschaft im Westen von São Miguel. Durch hohe Kraterwände von der Außenwelt abgeschirmt liegt Sete Cidades am Ufer der Lagoa Azul. Man vergisst, dass man sich auf einer Insel mitten im Atlantik befindet, und fühlt sich beinahe an einen Alpensee versetzt. In dem idyllischen Dörfchen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Hier sind noch Getreidespeicher auf Stelzen und große Brotbacköfen zu sehen. Vom Dorf wandern wir (anspruchsvoll; 4.45 Std., 15 km Länge, 540 Höhenmeter Aufstieg, 260 Höhenmeter Abstieg) zum berühmten Königsblick (Vista do Rei) und über den Kraterrand der Caldeira das Sete Cidades nach João Bom. Auf der Rückfahrt besuchen wir eine Ananasplantage, in der die köstliche Tropenfrucht kultiviert wird.

3. Tag Freitag

Bei Água de Alto beginnt unsere heutige Wanderung (anspruchsvoll; 5 Std., 13 km Länge, 450 Höhenmeter Aufstieg, 700 Höhenmeter Abstieg). Durch eine sanfte Weidelandschaft, über bewaldete Hänge und niedrige Heide steigen wir zur Lagoa do Fogo auf. Einsam liegt der “Feuersee” inmitten einer rauen Berglandschaft. Häufig ziehen Nebelschwaden über die Berghänge, das drohende Geschrei der Möwen verstärkt noch den Eindruck des Unwirklichen. Doch plötzlich reißen die Wolken auf und der Kratersee leuchtet türkisblau zwischen den saftig grünen Abhängen. An einem alten Wasserkanal entlang und auf Feldwegen wandern wir zum herrlichen Sandstrand von Praia hinab, wo man im Meer baden kann.

4. Tag Samstag

Mit dem Linienbus erreichen wir den Talkessel von Furnas mit seinem idyllischen Dörfchen. Dampfende Quellen, blubbernde Schlammsprudel und heiße Felsen zeugen von der vulkanischen Aktivität dicht unter der Erdoberfläche. Unsere Wanderung (leicht; 2 Std., 8 km, keine großen Höhenunterschiede) führt um die Lagoa das Furnas. So beschaulich die Umgebung erscheint, am Seeufer kocht und brodelt die Erde. Im Dorf wird uns mittags der berühmte, in heißen Erdlöchern gegarte Eintopf “Cozido das Caldeiras” serviert. Nachmittags besuchen wir den herrlichen Park Terra Nostra und können hier im großen Thermalbecken unter Araukarien baden.

5. Tag Sonntag

Wir nehmen den innerazoreanischen Flug nach São Jorge und beziehen die Quinta do Canavial, ein ehemaliges Landgut am Ortsrand von Velas. Ein kleiner Bummel führt uns durch das beschauliche Städtchen.

6. Tag Montag

Heute wandern wir (anspruchsvoll; 4.15 Std., 9 km, 400 Höhenmeter Aufstieg, 850 Höhenmeter Abstieg) auf alten Fußwegen an der spektakulären Nordküste zur Fajã de Além hinab. Bis heute ist dieser Weiler nicht mit dem Auto erreichbar. Dann steigen wir nach Norte Grande auf, um vom Dorf auf einem Fußweg zur Fajã do Ouvidor abzusteigen. Diese wunderschöne Küstenniederung mit kleinem Hafen bietet eine geschützte Bademöglichkeit zwischen imposanten Lavafelsen. Über den Nordwesten der Insel fahren wir nach Velas zurück.

7. Tag Dienstag

Heute fahren wir mit Taxis zum Pico das Caldeirinhas hinauf. Durch die Gipfelregion der Insel wandern wir (anspruchsvoll; 4.45 Std., 17,5 km, 540 Höhenmeter Aufstieg, 980 Höhenmeter Abstieg) zum Pico da Esperança, der höchsten Erhebung von São Jorge. Die Viehweiden sind hier besonders grün, und zwischen üppigen Hortensienhecken stehen prächtige Exemplare der azoreanischen Baumheide. Aufgrund ihrer Höhenlage ist diese einsame Landschaft oft in Wolken gehüllt, aber bei klarer Sicht bieten sich unterwegs herrliche Ausblicke auf alle Nachbarinseln der Mittelgruppe. Ziel unserer Wanderung ist das Dorf Norte Grande. Falls die Gipfeltour aufgrund schlechter Sicht- und Wetterverhältnisse entfällt, machen wir alternativ eine Fajã-Wanderung.

8. Tag Mittwoch

Unsere heutige Wanderung (mittel; 3.30 Std., 9,5 km, 200 Höhenmeter Aufstieg, 830 Höhenmeter Abstieg) zur Fajã dos Cubres gehört zu den schönsten auf den Azoren. Von Velas geht die Taxifahrt zunächst zur Serra do Topo. Auf einem alten Fußweg steigen wir durch eine wildromantische Talschlucht zur steilen Nordküste ab und wandern von Fajã zu Fajã – kleinen Küstenniederungen mit Weilern. Unterwegs lädt ein Wildbach mit Wasserfall zum erfrischenden Bad ein.

9. Tag Donnerstag

Am Vormittag sehen wir den Kirchturm von Urzelina, der als einziges des alten Gotteshauses 1808 bei einem Vulkanausbruch stehen geblieben ist. Von Loural führt unsere Wanderung (mittel; 3.45 Std., 9 km, 530 Höhenmeter Aufstieg, 610 Höhenmeter Abstieg) auf schmalen Pfaden entlang der Südküste nach São Tomé. Üppig grüne Steilhänge, idyllische Weiler, ein herrliches Tal mit rauschendem Flüsschen und weite Ausblicke übers Meer zur Nachbarinsel Pico erwarten uns.

10. Tag Freitag

Wir setzen mit der Fähre von São Jorge nach Faial über. Häufig sind unterwegs Gelbschnabel-Sturmtaucher auf dem offenen Meer zu sehen. Mit etwas Glück können wir bei der Bootsfahrt auch Delfine beobachten. Nachmittags Rundgang durch die historische Altstadt von Horta. Mit dem berühmten Jachthafen und Peter’s Café Sport ist Horta obligatorischer Zwischenstopp für alle Skipper auf der großen Atlantik-Passage. Aber die geschichtsträchtige Stadt hat weitaus mehr zu bieten, etwa die Prachtbauten im Art-Deco-Stil und die alte deutsche Kabelstation aus der Telegrafenära.

11. Tag Samstag

Der heutige Tag ist zur freien Gestaltung. Es bieten sich verschiedene Möglichkeiten für eigene Unternehmungen, z. B. die Teilnahme an Walbeobachtung (whale-watching) und eine Besichtigung der alten Walfabrik (Fábrica da Baleia), die von 1941-1974 in Betrieb war. Vielleicht verlockt auch der herrliche Sandstrand an der geschützten Lagune Porto Pim zu einem Bad im Meer. Für ambitionierte Bergsteiger kann dieser Tag auch zur Pico-Besteigung in eigener Regie genutzt werden. Die Reiseleitung ist bei Planung und Organisation (Fähre, Taxi, Bergführer) behilflich.

12. Tag Sonntag

Taxifahrt auf landschaftlich reizvoller Strecke zur Caldeira von Faial, dem gewaltigen, von Nebelschwaden umwallten Vulkankrater im Inselinnern. Unsere Wanderung verläuft vom Dörfchen Cruzeiro entlang einer Kette kleinerer Vulkankegel (mittel; 3 Std., 6,5 km, 320 Höhenmeter Aufstieg, 520 Höhenmeter Abstieg) zur Ponta dos Capelinhos an der Westspitze Faials. Hier brach 1957/58 der Vulcão dos Capelinhos aus, um nach gewaltigen Eruptionen die Insel um 2,4 qkm zu vergrößern. Nirgendwo auf den Azoren sind die Folgen eines Vulkanausbruchs so eindrucksvoll zu sehen wie hier. Nachdem wir uns die faszinierende unterirdische Dokumentation zum Vulkanismus angesehen haben, bietet sich vom alten Leuchtturm ein grandioser Ausblick über die aus dem Feuer geborene Landschaft. Krönender Abschluss ist ein Bad im Meer zwischen den Lavaklippen am Porto do Comprido.

13. Tag Montag

Heute machen wir einen Ausflug mit dem Fährboot zur ehemaligen Walfängerinsel Pico. Majestätisch erhebt sich der gewaltige Vulkankegel mit 2351 m Höhe aus dem Meer. Von Santa Luzia wandern wir über seine grünen Abhänge (leicht; 2.30 Std., 9 km, 150 Höhenmeter Aufstieg, 250 Höhenmeter Abstieg). An der schwarzen Felsküste entdecken wir die labyrinthischen Lavagärten (UNESCO-Welterbe), in denen traditionell Wein angebaut wird, und erreichen das pittoreske Winzerdorf Lajido.

14. Tag Dienstag

Wir nehmen den innerazoreanischen Flug nach São Miguel und beziehen in Ponta Delgada unser Quartier. Hier ist Zeit für einen Stadtbummel auf eigene Faust und letzte Einkäufe.

15. Tag Mittwoch

Transfer vom Hotel zum Flughafen und Rückflug nach Frankfurt a. M. (Abflug: 7 h, Ankunft: 13.30 h).

Witterungs- oder fahrplanbedingte Änderungen des Tagesprogramms sind vorbehalten.

Azoren Pico-Gipfel

Schieres Gipfelglück: Blick vom Pico aus 2351 m

Azoren S. Jorge Nordküste

Blick vom Miradouro auf die Nordküste
von São Jorge oberhalb der Fajã dos Cubres

Anforderungen

Die Wanderungen verlaufen auf Feld- und Waldwegen, alten Fußpfaden und teilweise auch entlang von kaum befahrenen Straßen. Die Auf- und Abstiege können aufgrund des feuchtwarmen Klimas der Azoren durchaus schweißtreibend sein, sind jedoch nicht Schwindel erregend:

4 ausdauernde Tour (bis 5 Std. Gehzeit, bis 650 Höhenmeter Aufstieg)

3 mittlere Touren (3:30 Std. bis 4:30 Std. Gehzeit, bis 530 Höhenmeter Aufstieg)

2 leichte Touren (bis 2:30 Std. Gehzeit, bis 150 Höhenmeter Aufstieg)

Unterkünfte

Auf allen drei Inseln wohnen wir in der jeweiligen Inselhauptstadt, auf S. Miguel und S. Jorge in familiär geführten Pensionen, auf Faial im traditionsreichen Hotel Fayal. Alle Zimmer sind ausgestattet mit Dusche/Bad/WC, in Ponta Delgada und Horta auch Telefon und Fernsehen.

Verpflegung

Im Preis enthalten ist Übernachtung mit Frühstück und einmal am Mittag die berühmte Spezialität von Furnas, der “Cozido das Caldeiras”, ein reichhaltiger, in heißen Erdlöchern mit vulkanischer Energie gegarter Eintopf. Abends bietet der Reiseleiter gemeinsame Restaurantbesuche (nicht im Reisepreis enthalten) an. Die azoreanische Küche bietet eine große Auswahl an Hochseefisch und Rindfleisch aus extensiver Weidehaltung. Die Vielfalt der Nachspeisen ist berühmt, ebenso der herzhafte Käse. Weitere Spezialitäten sind Yams, Zwergbananen, Ananas und Passionsfrüchte (Maracujas) sowie der feinblumige Grün- und Schwarztee von São Miguel.

Checkliste

Wanderstiefel (unbedingt erforderlich), Teleskopstöcke (empfehlenswert), Sonnen- und Regenschutz, Funktionswäsche, Tagesrucksack, Sitzkissen fürs Picknick.

Veranstalter

Natur & Kultur Wanderstudienreisen, Blütenweg 32, 89155 Ringingen
Tel. 07344-921222, eMail: info@natur-und-kultur.de

Ob man nun einen Wanderurlaub auf den Azoren oder aber eine Trekkingtour in Tasmanien plant: Das richtige Schuhwerk gehört in jedem Falle dazu. Am meisten bewährt haben sich bei solchen Touren feste und für schwer begehbare Untergründe geeignete Camper Schuhe. Diese machen sowohl in der Ebene als auch in felsigem oder morastigem Gelände fast alles mit. Zu einem Wanderurlaub gehört außerdem, dass man schwierige Strecken möglichst mit mehreren Leuten in Angriff nimmt. Als Single Urlaub sind vor allem Wanderrouten in den Bergen, die man bislang noch nie alleine zurück gelegt hat, ganz und gar nicht geeignet. In einer Gruppe, die am besten jeweils zur Hälfte aus Neulingen und erfahrenen Wanderern bestehen sollte, hat man außerdem die Chance, viele nette neue Leute kennen zu lernen. Ganz nebenbei kann man so auch Partnerschaften für zukünftige Touren knüpfen und so seine Leidenschaft langfristig mit anderen teilen.
 

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