Wandern

Seit vielen Jahren ist das Wandern in Irland enorm populär. Wer wechselhaftes Wetter und gelegentlich vernässte Wege in Kauf zu nehmen bereit ist, der wird mit unerwarteten und herrlichen Wandermöglichkeiten belohnt. Unbedingt beachtet werden sollte aber das restriktive Wegerecht (right of way) in Irland. Große Teile Irlands befinden sich in Privatbesitz und dürfen nicht betreten werden, auch wenn die Landschaft einen wilden Eindruck macht. Dies gilt insbesondere für eingezäunte Ländereien wie Weideland. Wanderer müssen sich daher strikt an öffentliche Wege (public footpaths) und offizielle Wanderrouten halten, um sich Ärger mit wütenden Landbesitzern oder Pächtern zu ersparen. Schilder, die den Durchgang durch ein Grundstück untersagen (z.B. no trespassing), sind auf jeden Fall zu beachten.

Am besten wandert man auf den offiziellen Fernwanderwegen wie dem Wicklow Way, dem Beara Way oder dem Burren Way. Diese markierten Routen umfassen heute gut 3000 Kilometer. Aufgrund fehlender Wege führen sie teils querfeldein durch Moorland und manchmal auch auf Asphaltstraßen entlang. Alle diese Fernwanderwege sind in regelmäßigen Abschnitten mit besonderen Wegweisern markiert. Normalerweise handelt es sich um schwarze Holzpfosten mit einem gelben Pfeil, der die Richtung weist; manchmal zeigen sie auch das Symbol eines Wanderers. Auf schwierigen Abschnitten stehen diese Pfosten meist in dichter Folge; auf einfacheren Strecken, wo man sich nicht so leicht verläuft, kommen sie in größeren Abständen vor.

Daneben gibt es die National Looped Walks: offizielle, meist mehrstündige Rundwanderwege mit Plastikmarkern auf Wegpfosten. Auch Nordirland ist herrlich zum Wandern!

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Gelegentlich gibt es auch kurze örtliche Fußwege oder klassische Touren, die auf einem tradiertem Wegerecht basieren. Auch an den Küsten darf man in dem schmalen Saum zwischen den Hochwassermarken und dem Meer entlanggehen.

Buchtipp
Wandern in Irland

Andreas Stieglitz
Irland
DuMont aktiv
Detailliert beschrieben sind 35 Wanderungen,
dazu exakte Karten, Höhenprofile und Fotos.
ISBN 978-3-7701-2502-9

 

Alle offiziellen Wanderwege, auf denen Wanderer das Wegerecht haben, sind in den ausgezeichneten topographischen Karten der Discovery Series 1:50.000 verzeichnet. Das Kartenwerk ist in Zusammenarbeit der beiden irischen Vermessungsämter entstanden und besteht aus insgesamt 89 Kartenblättern. Die Kartenblätter für die Republik gehören der Discovery Series an und werden vom amtlichen Ordnance Survey of Ireland herausgegeben, während Nordirland durch die Discoverer Series abgedeckt ist, die vom Ordnance Survey of Northern Ireland betreut wird. Erhältlich sind diese Karten über diese Links, in Irland auch oft an Tankstellen, in Zeitschriftenkiosken etc.; in Deutschland bei Kartenfachhandlungen wie Gleumes. Anhand der Karten hat man allerdings keine Vorstellung über die Wegbeschaffenheit und benötigte Zeit für eine Tour. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, den Wegbeschreibungen eines Wanderführers mit Zeit- und Entfernungsangaben sowie logistischen Hinweisen zu folgen.

Irland Sheeps Head Peninsula

Sheep’s Head Walk

Irland Bolus Head

Bolus Head

Die Seiten The Kerry Way und The Dingle Way bieten viele Infos rund um diese Fernwanderwege

Keep Ireland Open ist eine 1994 gegründete Organisation mit ehrenamtlichen Mitgliedern, die sich dafür einsetzen, dass das traditionell ohnehin sehr restriktive Wegerecht nicht noch weiter eingeschränkt wird.

Für eine Wanderung auf den ausgewiesenen irischen Wanderwegen sollte man sich immer genügend Proviant und Flüssigkeit mitnehmen, um sich bei einer Rast in ausreichendem Maße stärken zu können. Für den Transport von allem Notwendigen ist ein Rucksack mit genügend Taschen und Fächern für kleinere Utensilien besonders geeignet. Gute Rucksäcke gibt es im Fachhandel und häufig wesentlich preiswerter auch im Bundeswehr Shop zu kaufen. Dort kann man ausgediente, stets aber noch vollkommen funktionstüchtige Taschen und Rucksäcke der Bundeswehr zu günstigen Preisen erstehen.