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Il Supramonte - die „sardischen Dolomiten“
Mit blendend weißen Felsschroffen, die aus der Ferne wie schneebedeckt erscheinen, erhebt sich am Golf von Orosei das mit einer Fläche von 50 qkm größte Kalkstein- und Dolomitgebirge Sardiniens, der Supramonte („Oberberg“). Das stark in sich gegliederte Bergmassiv reicht vom Tal des Fiume Cedrino im Norden bis zur Küstenlandschaft der Ogliastra im Süden und grenzt im Westen an das Gennargentu-Massiv. Weite, einsame Hochflächen auf beinahe 1000 m Meereshöhe, tiefe Felsschluchten, steil abbrechende Gebirgsflanken und vielfältige Verkarstungsformen prägen die Landschaft. Nach der Zugehörigkeit zum jeweiligen Gemeindegebiet der Hirtendörfer Dorgali, Oliena, Orgosolo, Urzulei und Baunei werden verschiedene Gebirgsräume unterschieden.
Die Hochflächen des Supramonte sind nicht dauerhaft besiedelt und werden lediglich im Sommer von Wanderhirten aufgesucht. Dies liegt einmal daran, dass auf den stark erodierten Böden kaum Ackerbau betrieben werden kann; gravierender noch macht sich indes der aus der Verkarstung resultierende Wassermangel bemerkbar. Alle Dörfer breiten sich daher an den Rändern des Gebirges in einer Höhenlage aus, auf der die recht zahlreichen Karstquellen (darunter die berühmte Quelle Su Gologone bei Oliena) am Hang austreten. Unterhalb der Häuser erstrecken sich Gärten, Ölbaumhaine und Weinberge.
Einst war der Supramonte von dichten Steineichenwäldern bedeckt, doch mit der Industrialisierung wurden große Flächen abgeholzt. Trotz dieses verheerenden Kahlschlags konnten sich größere Waldgebiete seither wieder erholen. Etwa die Hälfte des Supramonte ist heute mit Eichenwald bestanden. Neben dichten Niederwäldern, die von jüngeren Eichenbeständen gebildet werden, stehen vereinzelt alte, knorrige Baumriesen auf den Felsfluren. Mufflons, Waldkatzen, Marder, Wiesel, Steinadler und verschiedene Geierarten sind in den unzugänglichen Gebirgsregionen heimisch.
Die von schneeweißen Felsschroffen gekrönte Nordostflanke des Supramonte di Oliena ist auch unter dem Namen „Sardische Dolomiten“ bekannt. Im Jahr 1933 wurde der Monte Corrasi, höchster Gipfel des Gebirges, von der sardischen Sektion des C.A.I. (Italienischen Alpenvereins) bestiegen, und bereits damals wurde der Begriff “Le Dolomiti Sarde” geprägt. Über die historische Besteigung gibt es eine kurze filmische Dokumentation.
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