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Der typische Nuraghe besteht aus einem sich leicht nach oben verjüngendem Rundturm mit einem Innenraum, der von einem “falschen Gewölbe” überdeckt wird. Dieses besteht aus übereinander gelegten, vorkragenden Mauerringen, die eine sogenannte Kragkuppel bilden. Größere Nuraghen besitzen zwei, gelegentlich sogar drei Stockwerke. Nicht selten wurden die Nuraghen im Laufe der Zeit zu komplexen Festungsanlagen ausgebaut, indem der bereits bestehende Hauptturm von einer Ringmauer mit Seitentürmen umgeben wurde. Diese meisterhaften Festungsbauten verdeutlichen den kriegerischen Charakter der Nuraghenkultur. Die einzelnen Stämme waren offenbar trotz gemeinsamer Sprache und Kultur auch untereinander verfeindet. In Zeiten kriegerischer Auseinandersetzungen mit Nachbarstämmen dienten die Nuraghen als Wehrtürme und Zufluchtsstätten. In Friedenszeiten lebten die Menschen in kleinen Dörfern aus eng zusammengedrängten Rundhütten.
Die Nuraghenkultur blühte nicht in insularer Abgeschiedenheit auf, sondern entstand in regem wirtschaftlichen und kulturellen Austausch mit anderen mediterranen Kulturen. Sardinien war als Handelspartner offenbar aufgrund seiner reichen Bodenschätze begehrt, vor allem wegen des im östlichen Mittelmeerraum recht seltenen Kupfers, das auf der Insel in verschiedenen Erzlagern vorkommt. Durch intensive Kontakte mit Zypern und der Mykenischen Kultur sowie nachfolgend mit den Phöniziern erhielten die Nuragher wesentliche Anregungen.
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