Andreas Stieglitz
Bayerischer Wald

Buchtipp zum Wandern

Andreas Stieglitz: Bayerischer Wald, Kompass- Wanderführer, Deutscher Wanderverlag, Stuttgart 1999/2000. Detailliert beschrieben sind 51 Wanderungen. Illustriert mit vielen Wanderkarten und Fotos. 10. Auflage 1999/2000. 12,95 Euro. ISBN 3-8134-0292-4. Eine Inhaltsübersicht gibt es hier.

Aus Leserbriefen: Wir sind in diesem Jahr im Urlaub in den Bayerischen Wald gefahren und haben uns dafür Ihren Wanderführer „Bayerischer Wald“ gekauft. Wir möchten uns bei Ihrem sehr geehrten Herrn Andreas Stieglitz herzlich bedanken. Aufgrund seiner präzisen Weg- und Geländebeschreibungen haben wir uns bestens zurechtgefunden, und er hat damit sehr zum Gelingen unseres Urlaubs beigetragen. - M. und L. H., Tettnang

Unter dem »Grünen Dach Europas« zwischen Deutschland, Tschechien und Österreich erstreckt sich das riesige Bayerisch-Böhmische Waldgebirge. Sein alter Name »Böhmerwald« ist nach 1945 allmählich in Vergessenheit geraten und von der politischen Landkarte verschwunden. Der kristalline Gebirgsstock ist hauptsächlich aus Granit und Gneis aufgebaut. Zu den unterschiedlichen Felsformationen, die diese Gesteine bei der Verwitterung bilden, gehören der Dreisessel, der Blockstrom auf dem Lusen und der freistehende Wackelstein.

Landschaftlich und politisch gliedert sich das Waldgebirge in mehrere Teilräume. Das gesamte ostbayerische Bergland zwischen Donau und tschechischer Grenze, durch die Cham-Further Senke im Nordwesten vom Oberpfälzer Wald getrennt, wird heute als Bayerischer Wald bezeichnet. Eine breite Senke, die auf 150 Kilometern Länge von der Quarzrippe des Pfahls durchzogen wird, trennt den Vorderen Wald (nur dieser galt früher als Bayerischer Wald!) vom Hinteren Wald.

Während der Vordere Bayerische Wald das Bild einer aufgelockerten Wald- und Wiesenlandschaft mit eingetupften Ortschaften bietet, weist der Hintere oder Innere Bayerische Wald eine weitgehend geschlossene Waldbedeckung auf. In seinen Hanglagen erstrecken sich Bergmischwälder von teils urwaldartigem Charakter, während sich in den Hochlagen große Fichtenbestände ausdehnen. Eingebettet in diese Waldlandschaft liegen Hochmoore, Hochweiden und Bergseen. Der Hauptkamm, dem auch die deutsch-tschechische Grenze folgt, wird von den höchsten Gipfeln des Waldgebirges gebildet: Großer Osser (1293 m), Großer Arber (1456 m), Rachel (1453 m), Lusen (1370 m) und Plöckenstein (1363 m). Diese Erhebungen waren während der Eiszeiten vergletschert. Zum eiszeitlichen Formenschatz gehören Kare, d.h. durch Gletscherwirkung ausgeschürfte Mulden an Gebirgshängen, in denen heute kleine Bergseen wie der Rachelsee liegen, und aufgeschüttete Moränenwälle. Das Kerngebiet des Bayerisch-Böhmischen Waldgebirges steht heute grenzüberschreitend unter Schutz. Auf deutscher Seite liegt der Nationalpark Bayerischer Wald, auf tschechischer Seite sein Gegenstück, der Nationalpark Šumava (Böhmerwald).